Open Source Gaming Infrastructure
Aus Geschaeftsi
Open Source Entwicklung ist inzwischen in vielen Bereichen der Software-Entwicklung eher die Regel als die Ausnahme. Das gilt jedoch nicht für alle Bereiche. Ein wesentlicher Bereich in dem Open Source unterrepräsentiert ist, ist die Spiele-Entwicklung. Es gibt zwar durchaus viele und auch teilweise gute Open Source Games, aber die Entwicklung hängt der proprietären Entwicklung um mindestens 10 Jahre hinterher. Das ist ja bei Office-Programmen oder Betriebssystemen oder gar Programiersprachen ganz und gar nicht so.
Dieser Rückstand hat sicher einige Gründe. Zwei der wichtigsten sind:
- Spiele haben keinen Werkzeugcharakter. Programme mit Werkzeugcharakter laden aber eher zur Open-Source-Entwicklung ein. "Scratching an itch" kommt wohl häufiger vor wenn es überhaupt ein "itch" gibt. Und an Werkzeugen stört einen schneller etwas als an Spielen. Weil man sie ja auch potentiell beliebig oft wieder verwendet. Das kommt zwar bei Spielen auch vor, ist aber eher die Ausnahme und auf Harcore-Gamer beschränkt.
- Es gibt bisher kein Geschäftsmodell für Open Source Games. Das führt dazu, dass selbst kleine Indipendent-Produktionen gar nicht auf die Idee kommen ihre Quellen zu öffnen. Die Power von Open Source lag aber immer schon darin kommerzielle und nicht-kommerzielle Interessen zu verknüpfen. Bei Spielen fällt der erste Part bisher weg.
Ausserdem gibt es einige generelle Trends im Gaming-Bereich, die wichtig sind:
- Massive Multiplayer wird immer beliebter.
- Spiele mit niedriger Zugangsschwelle (Browsergames, Casual Games) werden immer beliebter.
- Spiele in Sozialen Netzwerken (Facebook, etc.) werden immer beliebter.
Was ist nun die Geschäftsidee die all dem gerecht wird?
Man entwickelt eine Open Source Gaming Infrastructur. Das wäre weniger ein Spiel als eine Plattform für Spieleentwicklung. Das würde den ersten Punkt beheben. Dann ist der Werkzeugcharakter wieder gegeben. Auf dieser Plattform könnten dann sowohl proprietäre als auch offene Spiele entwickelt werden. Erstere Entwickler hätten dabei ein direktes Interesse auch die offene Plattform zu unterstützen. Letztere sowieso. Es entsteht ein ganzes System von sich gegenseitig inspirierenden Entwicklern die direkt voneinander profitieren und sich direkt inspirieren können. Das wird die geschlossene Spiele-Entwicklung in wenigen Jahren hinwegfegen, wenn einmal eine kritische Masse erreicht ist, denn Spiele-Entwicklung lebt von Kreativität und Kreativität lebt vom Austausch.
Diese Infrastruktur muss folgende Eigenschaften haben:
- Sie muss einen breiten Bereich an möglichen Spielen abdecken. Aber nicht alle (das wäre unmöglich).
- Sie muss mächtig sein aber mit nicht zu steiler Lernkurve.
- Sie soll einem alles lästige Webserver- und Datenbank-Gefrickel abnehmen und auch sonst so viel wie möglich Standard-Aufgaben übernehmen, die bei allen Spielen vorkommen (Benutzerverwaltung, etc...)
- Sie soll einfachen Zugriff auf grafischen Schnickschnack ermöglichen
- Das ganze muß natürlich über einfache Baukasten-Geschichten hinausgehen. Evntl. baut man ein Framework oder sogar eine eigene Sprache.
- Das Ergebnis sollte ohne zusätzlichen Aufwand sowohl im Browser laufen als auch in den gängigen social networks als Applikation eingebunden werden können.
Das Geschäftsmodell könnte so funktionieren wie bei identi.ca oder wordpress.com. Man übernimmt also das Hosting für die Spiele. Jeder kann aber auch selber hosten.

